Klönschnack

Köpfe aus Eversten

Diesmal mit …

Erwin Juhl

Rikschafahrer aus Leidenschaft

Im Archiv stöbern

Vergangene Portraits

Dörte Lossin

Dörte Lossin

Leitung Ortskuratorium Oldenburg

Wenn die Sonne wie an diesem Vormittag in den gemütlichen Garten scheint und die Wärme zum Verweilen auf der Terrasse einlädt, wird Dörte Lossin einmal mehr bewusst, wie wohl sie sich hier fühlt …

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Konstantinos Leontarakis

Konstantinos Leontarakis

Inhaber und Gründer Restaurant "Elena"

Ein Freitagabend im „Elena“, mitten in Eversten: Das Lokal platzt aus allen Nähten, der beliebte Treffpunkt im Stadtteil lebt. …

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Mona Körber

Mona Körber

Oldenburger Straßenengel e.V.

Man muss beileibe nicht täglich im Beruf mit der Not anderer Menschen konfrontiert sein, um sich für die Belange der Schwächeren einzusetzen …

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Dirk Boltes

Dirk Boltes

Landwirt

Heraus aus dem trubeligen Stadtleben und hinein in die ruhige Umgebung – dafür ist in Oldenburg oft nur ein kurzer Weg notwendig. Bestes Beispiel: Der Hof von Dirk Boltes und seiner Familie am Freesenweg 85.

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Allzeit gute Fahrt

Der Oldenburger Erwin Juhl ist leidenschaftlicher Rikschafahrer

„Dein Rad lass mal schön stehen“, sagt Erwin Juhl. „Heute wirst du gefahren.“ Wer kann zu diesem Angebot schon nein sagen? Der Everstener holt seine Rikscha aus der Garage und bittet zum Kurztrip an die nahen Bodenburg-Teiche. Dort lässt sich in grüner Umgebung vortrefflich ein Foto schießen und gleichzeitig das ganz spezielle Fahrgefühl erleben, das man als Gast auf seinem besonderen Gefährt genießen darf.

Dass Erwin Juhl, 1958 in Dithmarschen geboren, einmal als Rikschafahrer aktiv sein würde, hätte er selbst lange Zeit wohl kaum für möglich gehalten. Rad gefahren ist er zwar immer schon gerne, aber seine Zeit als Berufssoldat nach abgeschlossener Ausbildung zum Kfz-Mechaniker-Meister war nicht zwingend dazu angetan, sich in diese Richtung zu entwickeln. Über Flensburg, Lübeck und Hamburg kam er 1993 nach Oldenburg, damals mit der Überzeugung, hier nicht mehr fortzuziehen. Anfang der 2000er Jahre allerdings musste er durch eine Versetzung beruflich pendeln, Wilhelmshaven und schließlich Rotenburg/Wümme gehörten zu den Stationen. Dort blieb er dann vorerst.

„2011 bin ich dann aus der Bundeswehr ausgeschieden“, erinnert er sich. Die Idee, in Oldenburg dauerhaft heimisch sein zu wollen, existierte noch immer. Juhl zog nach Eversten, zunächst an den Sodenstich. „Ich war 53 und noch jung und gesund“, sagt er mit Blick auf das Ende seiner Dienstzeit – definitiv kein Alter, um die Füße hochzulegen. „Ich hatte mir vorher schon viele Gedanken gemacht über die Zeit nach der Bundeswehr.“ In drei Teile wollte er sein Leben fortan aufteilen: Ein Drittel Ehrenamt, ein Drittel Minijob, ein Drittel Haus, Hof und Freizeit.

Das Drittel mit dem Minijob füllte er zunächst ein Jahr lang mit einer Tätigkeit bei Nutzfahrzeuge Munderloh aus, das Ehrenamt führte ihn zur Bahnhofsmission. Dort ist er noch immer aktiv, wenngleich Corona zuletzt dafür sorgte, dass die Ehrenamtlichen vorübergehend nicht mehr mitwirken konnten. Ende 2012 schaute er sich nach einer neuen Nebentätigkeit um, und es erfolgte ein wenig überraschend erneut der Ruf der Bundeswehr. Wehrübungen standen auf dem Programm, dafür wurden erfahrene Kräfte gesucht und unter anderem in Erwin Juhl gefunden. So kehrte er ab 2013 noch einmal für mehrere Wehrübungen zurück. Aber 2015 entschied er: „Ich habe lange genug eine Uniform getragen.“

Im Rahmen eines Kurses für seine Arbeit bei der Bahnhofsmission entdeckte Juhl in Hannover die Fahrrad-Rikschas. „Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf“, sagt er lachend. „Als ich noch einmal zu einem Lehrgang dorthin gereist bin, sah ich sie wieder. Ich habe mich ausgiebig informiert und gedacht: Das möchte ich auch!“ Erwin Juhl stöberte nach Angeboten, wurde zunächst in Bremen fündig und machte beim Anblick des ruinösen Zustands des Gefährts einen Rückzieher. Online erspähte er schließlich in Tübingen ein Exemplar, das seinen Vorstellungen entsprach. Kurzerhand fuhr Erwin Juhl in den Süden, kaufte die Rikscha und transportierte sie nach Oldenburg.

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda, eine Facebook-Seite und gute Kontakte brachte Juhl sein Rikscha-Geschäft ins Laufen. 2015 indes erkrankte seine Ehefrau schwer, und so fuhr er sein Engagement zunächst deutlich zurück. „2017 ist sie gestorben und ich habe mich gefragt: Wie mache ich jetzt weiter?“ Die Antwort gaben auch die Kunden, denn die Rikscha-Touren waren enorm nachgefragt. „Ich hatte sehr viele tolle Aufträge und habe viele tolle Menschen kennengelernt“, sagt er im Rückblick auf diese schwere, aber eben auch mutmachende Phase. „Diese Zeit hat mir sehr viel gebracht und mich davor bewahrt, das tiefe Loch vor mir überhaupt zu betreten.“

Inzwischen hat sich Erwin Juhl mit seinem Angebot in Oldenburg und der Umgebung fest etabliert, wenngleich die Corona-Pandemie auch ihn zwischenzeitlich ausbremste. Geburtstage, Hochzeiten, Pensionierungen und vielerlei mehr: Die Anlässe, zu denen man eine Fahrt auf Juhls Rikscha buchen kann, sind vielfältig. „Ich biete auch entspannte Touren durch die Stadt an. Das sind keine klassischen Stadtführungen, aber ich steuere natürlich gerne markante Punkte in Oldenburg an. Ins Gespräch komme ich mit den Leuten immer, das Schnacken macht mir großen Spaß“, sagt der Everstener, dem eines ganz wichtig ist: „Ich habe bewusst vergleichsweise niedrige Preise, damit sich möglichst viele Menschen dieses Vergnügen leisten können.“

Und ein Vergnügen, das zeigt selbst eine kurze Fahrt zu den Bodenburg-Teichen, ist das Rikscha-Fahren in jedem Fall.

Mehr unter www.rikscha-oldenburg.de und www.facebook.com/rikschaoldenburg

 

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